4. Die Eisenbahn
Düsseldorf-Vohwinkel-Elberfeld.


Geschichtliches.
1825. In England wird zwischen Stocktum und Darlington die erste Eisenbahn der Welt eröffnet.
1825. 30. März, Friedrich Harkort zu Wetter a. d. Ruhr in der Zeitschrift „Hermann“ für den Bau von Eisenbahnen, im besonderen von der Ruhr zur Wupper.
1826. Aufstellung einer privaten Probebahn im Garten der Museumsgesellschaft (jetzt Kasino) in Elberfeld für das Projekt einer Kohlenbahn von der Ruhr nach Elberfeld.
1826 und folgende Jahre: Verhandlungen.
1828, dann 1833. Projekt der Verbindung des Rheins und der Weser (Köln-Minden).

Anmerkung: Die von Friedrich Harkort projektierte "Prinz-Wilhelm-Eisenbahn" (Essen-Kupferdreh - Langenberg) wird am 20.09.1831 als Pfedebahn von Prinz Wilhelm von Preußen eröffnet. Die "Prinz-Wilhelm-Eisenbahn" gilt als erste deutsche Eisenbahn mit eisernen Schienen.

1833. Staatliche Probebahn auf dem Engelnberg bei Elberfeld. — Das Preußische Ministerium des Innern prüft das Projekt der Bahn Elberfeld Düsseldorf.
1835. 29./30. Oktober. Nachdem die Aktienzeichnungen erfolgreich geschehen waren, gründet sich die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft mit einem Kapital von 2 250 000 Mark (1837 3 083 400 Mark).
1835. 7. Dezember. Zwischen Nürnberg und Fürth (6 km) wird die erste deutsche Eisenbahn, Ludwigsbahn, dem Verkehr übergeben.
1836. Kommerzienrat August Freiherr von der Heydt, der nachmalige Kgl. Preuß. Staatsminister, der Vater des Staatsbahnwesens in Preußen, nimmt sich des Baues der Eisenbahn Düsseldorf-Elberfeld tatkräftig an.
1837. 29. Juni. Endgültige Konzession durch Kabinettsorder für das Projekt Düsseldorf-Elberfeld. Beginn des Bahnbaues.
1838. 20. Dezember. Eröffnung der Strecke Düsseldorf-Erkrath.
1839. 30. Oktober. Inbetriebnahme der ersten Preuß. Eisenbahnlinie Berlin-Potsdam.
1841. 21. Mai. Eröffnung der weiteren Strecke Erkrath-Vohwinkel.
1841. 3. September. Eröffnung der Endstrecke Vohwinkel-Elberfeld, zunächst für den Personenverkehr und einige Monate später auch für den Güterverkehr.
1847. 1. Dezember. Die Prinz Wilhelm-Bahn wird von Steele-Neviges bis Station Vohwinkel durchgeführt.
1849. 9. März. Die Bergisch-Märkische Eisenbahn wird in ihrer Kernstrecke Elberfeld-Dortmund eröffnet.
1850. 15. Oktober. Die „Königliche Direktion der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn“ eingesetzt.
1854. 13. März. Der Kgl Direktion der Berg.-Märkischen Eisenbahn wird Verwaltung und Betrieb der „Prinz Wilhelm-Bahn“ übertragen und die Benennung „Königliche Eisenbahndirektion“ genehmigt.
1857. 1. Juli. Die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn wird königlich.

Auf Vohwinkel Bezügliches.
(Allgemeines.) Täglicher Anzeiger in Elberfeld 1841, Nr. 104: Am Samstag, den 1. Mai, fand eine Sitzung des Verwaltungsrates der Düsseldorf-Elberfelder Bahn und zwar zum erstenmal in Vohwinkel statt. Die Direktion eröffnete ihren Vortrag mit den erfreulichsten und angenehmsten Mitteilungen, namentlich derjenigen, wie der Finanzzustand sich also gestalte, daß nicht allein die Bahn bis Elberfeld in kürzester Frist zum Betrieb gebracht werden könnte, sondern daß auch mit den vorhandenen Mitteln teils früher für unausführbar gehaltene Luxus-Anfertigungen, teils für nicht unumgänglich nötig erachtete Betriebsbauten sofort in Verding zu geben seien, was denn alsbald beschlossen wurde. Der Vortrag eines Reskriptes des hohen Kgl. General-Postamtes inbetreff der Eröffnung der Bahn gewährte ebenfalls Befriedigung und Freude. Nach Schluß der Sitzung; die über alle näher und ferner liegende Angelegenheiten in gründlichster Weise Licht und Verbreitung gab und vier Stunden währte, wurde bei dem freundlichen Wirt, Herrn Wülfing, ein Mittagsmahl eingenommen. Darauf fuhren die Anwesenden, 40 an der Zahl, in zwei Personenwagen nach dem Viadukt (bei Sonnborn) , um diesen wirklichen Wunderbau in Augenschein zu nehmen, und kehrten dann wieder nach Vohwinkel zurück. Hier währte der Aufenthalt bei einer Tasse Kaffee etwas lang, weshalb denn auch etwas spät die Fahrt nach Erkrath gemacht wurde. Die geneigte Ebene (hinter Hochdahl) wurde zu Tal ohne anzuhängen befahren, zu Berg aber wurde der aus drei Wagen bestehende Zug vermittelst einer zweiten zu Tal gehenden Lokomotive heraufgezogen. Die Befahrung der geneigten Ebene, welche Referent schon früher zu machen Gelegenheit hatte, läßt hinsichtlich der Schnelligkeit, Solidarität und Sicherheit überhaupt nichts zu wünschen übrig und ist nach deren praktischen Anwendung nicht zu begreifen, wie diese Konstruktion so viele Gegner finden konnte. Die Länge des Seils beträgt 700 preuß. Ruten oder 8400 Fuß, dasselbe wiegt 127 Zentner, kostet einschl. Zoll etc. an 2000 Taler. Die Bestellung eines zweiten oder Reserveseils ist als unerläßlich erachtet und festgestellt worden. Die Rückfahrt von Hochdahl nach Vohwinkel, welche gegen 9 Uhr angetreten wurde, ging trotz der Nacht aufs beste von statten und währte 20 Minuten.

Die Eröffnung der Bahn von Düsseldorf nach Vohwinkel für das Publikum wird bis zur ersten Hälfte der künftigen Woche hinausgeschoben, vorher aber noch eine Probefahrt für die Damen stattfinden.

Tägl. Anz. vom 11. Mai 1841. Am vorigen Sonnabend fand eine für die Damen der Direktion und des Verwaltungsrates veranstaltete Probefahrt auf der Eisenbahnstrecke von Vohwinkel nach Düsseldorf statt. Diese Fahrt bereitete die höchste Befriedigung und Freude, und während gegen 4 Uhr nachmittags der aus neun Wagen bestehende Conwoy von Düsseldorf in Vohwinkel eintraf und die mitgebrachte glänzende und große Gesellschaft in Vohwinkel verweilen ließ, nahm der Wagenzug die nicht minder zahlreiche und schöne Gesellschaft von Elberfeld auf, welche in Erkrath einen best servierten Kaffeetisch vorfand, nach dessen Benutzung weiter nach Düsseldorf fuhr und demnach den Rückweg wieder nach Vohwinkel nahm. Die Reise nach Düsseldorf wurde in 35 Min. und die Rückreise nach Vohwinkel in 39 Min. abgefahren. In den ersten Tagen wird die Bahn vollständig eröffnet und 4 mal befahren. Die Post stellt große Omnibusse für die Verbindung zwischen Elberfeld und Vohwinkel her, und in 6 Wochen sind Elberfeld und Düsseldorf (über Vohwinkel) durch eine Eisenbahn verbunden.

Monatsschrift des Berg. Geschichtsvereins von 1899, Nr. 8/9, S. 180 aus Peiniger senr. Elberfeld: „Zur Geschichte von Vohwinkel.“ Bei der Eröffnung der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn wurde von dem Besitzer Wülfing, Vohwinkel, in der südwestlichen Ecke zwischen Haus und Saal ein kleiner Anbau von 1,70 m Quadrat für die Bahnverwaltung aufgeführt. Der Eingang zu diesem winzigen Eisenbahnbüro befand sich links in dem Flur des Hauses. Das Fensterchen der Tür diente als Billetschalter, das hintere Wirtschaftszimmer war auch Wartesaal für alle Klassen, und die Passagiere warteten hier, bis der Postillon zur Abfahrt blies. Als später ein Bahnhof erbaut war, wurde der kleine Raum vom Wirt zur Aufbewahrung leerer Fässer benutzt. Doch ist dies erste Vohwinkeler Eisenbahnbüro schon seit langen Jahren wieder beseitigt.

Tägl. Anz. vom 31. Juli 1841. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Abwendung von Unglücksfällen auf der Eisenbahnstation Vohwinkel werden folgende Polizeivorschriften erlassen. 1. Die ankommenden Personenwagen, welche nicht sofort wieder zurückkehren, sondern zu Vohwinkel verweilen, sind an der Ostseite der Chaussee dergestalt hintereinander aufzufahren, daß zwischen den Wagen und der Steinbahn ein Raum von wenigstens 6 Fuß freibleiben muß. 2. Die ankommenden Wagenführer, welche zum Zweck ihrer Rückkehr umwenden müssen, dürfen die Wendung nur im Schritt machen und müssen dazu solche Stellen erwählen, die von Passagieren frei sind; vor dem Eingang zum Bahnhof darf eine solche Wendung nicht vorgenommen werden. 3. Das An- und Abfahren nach und von der Station darf nur im Schritt geschehen. 4. Die Westseite der Steinbahn muß für das Anfahren der Kgl. Postwagen freibleiben, das Halten auf der Steinbahn selbst ist ausdrücklich untersagt. 5. Werden von den anwesenden Polizeibeamten außer den obigen Bestimmungen noch sonstige Anordnungen für nötig erachtet, so ist denselben sofort Folge zu leisten. 6. Diejenigen, welche sich Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Verordnungen schuldig machen, sollen dem Polizeigericht angezeigt und mit einer Geldbuße von 1-5 Thalern oder mit verhältnismäßigem Arrest bestraft werden. Haan, den 18. Juni 1841. Der Bürgermeister. Schmittert. Gesehen und genehmigt: Düsseldorf, den 22. Juli 1841. Kgl. Reg. Abt. des Innern: gez. von Rabe.

Tägl. Anz. vom 16. August 1841. Heute nachmittags fand die erste Probefahrt auf der Bahnstrecke von Vohwinkel bis hierher (Elberfeld) statt. Die Lokomotive „Der Rhein“ machte nebst angehängtem, von der Direktion besetztem, kleinem Wagenzug den Weg zweimal. Dem Vernehmen nach ist der Versuch befriedigend ausgefallen.

Tägl. Anzeiger 1841. Fliegende Wagen.

Fahrende Wagen sind uns wohl bekannt;
Auch Schnellwagen fahren durchs ganze Land.
Doch wollt Ihr fliegende Wagen nun sehn,
Dann müsset Ihr nach der Eisenbahn gehn.
Drauf werdet Ihr fliegen von Ort zu Ort,
Der Dampf, er treibet die Welt nun fort.     F. L. W.


Tägl. Anz. vom 27. August 1842. Das Königspaar. Am Sonntag, den 28. August, besucht das Königspaar Elberfeld und fährt mit Extrazug in Begleitung S. K. H. Prinz Friedrich mit Eisenbahn (über Vohwinkel) gegen 3 Uhr nach Düsseldorf und von dort nach Benrath.

Nach den Jahresberichten der Eisenbahngesellschaft. (Persönliches.) Im Jahre 1843 gibt es 3 „Empfänger“ der Transportverwaltung (darunter Johann Wülfing, Vohwinkel).

1849. Durch den zunehmenden Verkehr auf der Station Vohwinkel, insbesondere zur Leitung der Uebernahme der von der Prinz Wilhelm-Bahn angebrachten Kohlen und der ihr zurückzuliefernden Wagen wurde die Anstellung eines Inspektors auf der Station Vohwinkel erforderlich, wie solcher am 1. Mai 1849 dort installiert, und auf den Antrag der Postverwaltung dieser laut Vertrag vom 4. November 1849 ein Lokal zu einem Postbüro im Stationsgebäude selbst gegen Miete eingerichtet und überlassen.

1852. Ein Güterexpedient auf Station Vohwinkel tätig.

(Bauliches.) Jahresbericht 1844. Die Unterhaltung der Bahn hatte noch fortwährend mit Senkungen der Dämme zu kämpfen und sonstigen Unannehmlichkeiten, z. B. bei den Einschnitten. So ereignete sich im Monat November ein Erdsturz in der 25 Fuß hohen, aus einem Gemisch von Sand und Latten bestehenden Dossierung des Krutscheider Einschnittes, welcher zum Fortschaffen der Erde ca. 350 Wagenladungen in Anspruch nahm. Jeder starke Regen, besonders aber das beim Tauwetter abgehende Schneewasser, hat bedeutende Reparaturen an den Dossierungen zur Folge. Doch haben sich die mit Weidenpflanzungen in den quellhaltigen Einschnitten gemachten Versuche als sehr heilsam bewährt.

1847. Das erste Bahnhofsgebäude auf Station Vohwinkel wird erbaut.

1849. (Akten der Oberpostdirektion Düsseldorf). Vohwinkel Bahnhof besteht aus 2 Häusern.

(Fahrpläne und Preise, Zugarten.) Täglicher Anzeiger 1. Juni 1841. Nach Eröffnung der Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Vohwinkel für den Personenverkehr am 28. Mai werden vorläufig 4 mal tägliche Fahrten stattfinden, ab Düsseldorf 6, 10 1/2, 2, 6 Uhr, ab Vohwinkel 7 1/2, 12, 4, 7 1/2 Uhr. Von Vohwinkel nach Düsseldorf betrug der Fahrpreis I. Kl. 20 Sgr., II. Kl. 12 1/2 Sgr, III. Kl. 8 Sgr, nach Elberfeld 6 u. 4 u. 2 1/2 Sgr. Nach Uebereinkunft mit dem Kgl. Postamt zu Elberfeld konnten die Reisenden der I. und II. Wagenklasse an der Empfangsstelle in Düsseldorf bezw. bei dem Kgl. Postamt zu Elberfeld sogleich Billete um 5 Sgr. bis zu 35 Personen für den Omnibus lösen bezw. Fahrkarten I. und II. Klasse nach Düsseldorf, die die Kgl. Post zu dem Anschluß an die Eisenbahn zwischen Elberfeld und Vohwinkel in Kurs setzen wird. An Gepäck durften die Passagiere vorläufig nur 30 Pfd. Gewicht mitnehmen, welches frei befördert wurde.

1843. Während es bis dahin nur I. bis III. Klasse gab, wurden damals auch Wagen IV. Klasse eingeschoben. In den regelmäßigen Zügen war stets nur 1 Wagen mit Stehplätzen oder auch nur ein gemischter Wagen, d. h. ein Wagen dritter Klasse mit 2 offenen Kupees, die eine Sitzbank und außerdem Stehplätze enthielten. In diesen Wagen wurden auch Gemüsetransporte möglich und ausgeführt. Die Stehplätze waren jedoch stets unbeliebt, daher die IV. Klasse eingeführt wird. Doch schon 1845 wurden die Wagen IV. Klasse wieder abgeschafft.

Jahresbericht 1843. Man versuchte den Verkehr auf den Zwischenstationen dadurch zu heben, daß man zum Beispiel für die beiden Strecken Vohwinkel-Elberfeld und Haan- (Gruiten) Elberfeld gestattete, mit einem Billet IV. Klasse die III. Wagenklasse zu benutzen. Der Erfolg war gering.

1843. Die regelmäßigen täglichen Fahrten werden vom Mai bis August auf 10 erhöht und in den übrigen Monaten auf 8. Außerdem verkehrt an jedem Mittwoch und Sonnabend noch je ein Gemüsezug von Düsseldorf nach Elberfeld und umgekehrt.

(Extrazüge.) Der Personenverkehr z. B. am Sonntag, den 5. September 1841 betrug auf Station Elberfeld 1964 Personen, Station Vohwinkel 909, Personen. — 1842 waren Extrafahrten aus Anlaß des Besuches von S. M. im Februar, des Nieder-Rheinischen Pfingst- und Musikfestes im Mai, des Herbstlagers bei Grimmlinghausen im August und September. Zur Sonnborner Kirmes wurde am 15. September 1843 ein Extrazug zwischen Elberfeld und Vohwinkel unternommen. Am 15. Oktober 1844 (Königsgeburtstag) und am 11. November (Martini) wurden diejenigen Personen, die von Elberfeld oder Vohwinkel nach Düsseldorf fuhren und an demselben Tag oder am Tage darauf mit dem ersten Zug zurückkehrten, unentgeltlich zurückbefördert. Gleiche Versuche mit Extrafahrten und Vergünstigungen verliefen im Jahre 1845 bei den Karnevalstagen ebenfalls erfreulich. Nach dem Tägl. Anz. vom 5. Februar 1858 werden sogar 2 mal wöchentlich, am Donnerstag und Sonntag Extrazüge zwischen Vohwinkel und Elberfeld gefahren.

Als im Jahre 1846 die Eisenbahn beschleunigte Züge zwischen Düsseldorf und Elberfeld einrichtet, wird angeordnet, daß diese Züge auch in Vohwinkel halten. Bei der Gelegenheit werde ein Uebelstand erwähnt, über den schwer Klage geführt wird, siehe Täglicher Anzeiger vom 28. Mai 1846. Der Kondukteur nahm am Anfang der Fahrt erst die eine kleine Hälfte der an sich kleinen Billets ab und bat sich später noch den Rest aus. Daraus ergaben sich Unzuträglichkeiten, wie doppelte Belästigung der Reisenden, nochmalige Zahlung der ganzen Karte, falls sie verloren ging. Abschaffung des Uebels wurde zugesagt.

Aus dem Täglichen Anzeiger vom 3. Januar 1851 ist noch eine Notiz beachtenswert. Sie lautet: Wir haben ab 1. Januar unsere Güterexpedienten angewiesen, im Frachtenverkehr ausländische Münzsorten nur wie folgt anzunehmen, ausländische Pistolen, Wilhelms D'or, 20-Frankenstücke zu einem Silbergroschen niedriger als der Tageskurs steht. Brabanter Kronentaler zu einem Taler 16 Sgr., wichtige Neutaler zu 1 Taler 16 Sgr. 9 Pfg., 5 Frankenstücke zu einem Taler 10 Sgr. Beim Personenverkehr wird nach schon bestehenden Bestimmungen nur preuß. Courent angenommen. — Und eine andere Notiz vom 20. März 1851: Das Kgl. Landratsamt Elberfeld gibt gemäß Verordnung des Kgl. Ministeriums vom 31. Dezember 1850 Reisepaßkarten aus, nach sämtlichen Provinzen des Preußischen Staates, nach Bayern, Sachsen usw.

(Personenverkehr.) Vorbemerkung. Schon am 22. Juli 1835 (Täglicher Anzeiger) machte man sich Berechnungen über den Verkehr auf der beabsichtigten Eisenbahn Düsseldorf-Elberfeld und kam zu folgendem Ergebnis: Die Frequenz der Bahn ist nicht wie häufig anderwärts auf Hoffnung gebaut, es ist vielmehr das zur sicheren Existenz des Unternehmers erforderliche Transportquantum schon jetzt vorhanden, und beträgt an Handelsgütern aller Art, Getreide, Baumaterialien, Landesprodukten, Gemüse, Obst, Salz, Steinkohlen u. jährlich beinahe 2000000 Zentner. Die Personenbeförderung auf der Strecke von Düsseldorf nach Elberfeld vermehrt sich ansehnlich von Jahr zu Jahr. Im letzten Jahre bedienten sich ungefähr 30000 Reisende der Kgl. Fahr- und Schnellposten, der Privatfuhrwerke und Hauderer. Die Eisenbahn wird die Zahl ohne Zweifel außerordentlich vermehren, und es dürfte bei dem künftigen niederen Fahrgelde u. a. dahin kommen, daß die große Zahl unserer fleißigen Gärtnerinnen, welche bis jetzt den mühsamen Weg nach Elberfeld zu Fuß machen müssen und den nächsten Tag nach ihrer Rückkunft wegen Ermüdung zur Arbeit nicht fähig sind, künftig sich mit ihren Produkten der Dampffahrt auf der Eisenbahn bedienen, zwei Dritteile der jetzigen Zeit ersparen und sofort bei ihrer Heimkehr wieder zu ihren ländlichen Beschäftigungen übergehen können. Wie es tatsächlich geworden ist. Von dem sich entwickelnden Personenverkehr wäre kurz dies auszugsweise zu berichten. Im Jahre 1841 belief er sich auf der Station Vohwinkel im Monat August auf 11819 Personen. 1849 waren es 38808 und 1856 49276 Personen. Die gleiche Steigerung brachte der

(Güterverkehr.) Es wurden nach den Zwischenstationen allerlei Handelsgüter befördert. Als solche werden aufgeführt (wir bringen sie nacheinander, indem wir mit der größten Menge anfangen und zur kleinsten herunterkommen), Körner und Früchte und Mehl, Baumwolle, Bau- und Nutzholz, Gemüse und Kartoffeln, baumwollene Garne und Baumwollwaren, Eisen- und Stahlwaren, Wein und Branntwein und Bier und Spiritus, Lohe, Schwellen, rohe Metalle, Spezereiwaren, wollene und halbwollene Ware, Möbel, Farbholz und Farbholzstoffe, Viktualien (Butter, Eier, Käse, Fleisch), Fette (Oel, Tran, Seife), Twiste, Metall- und Kurzwaren, Hülsenfrüchte, Viehhäute, Leder, Papier und Bücher und Tapeten, Material und Anstreichwaren, leinene und Bandwaren, Fische, Porzellan und Glaswaren, Tabak, Krapp, Kunstgegenstände und Gemälde, Rohseide und Wolle. Auf die Gemüsetransporte ist früher hingewiesen.

Im Jahre 1843 wurden nach dem Jahresbericht an Handelsgütern von Station Vohwinkel verladen nach Elberfeld 152 1/3 Zentner, das machte eine Einnahme an Fracht von 6 Rthl., 6 Sgr., 3 Pfg., und an rohen Produkten, Vieh und Equipagen 18 Zentner für 1 Rthl., 6 Sgr. — 1856 brachte der Güterverkehr auf Station Vohwinkel 11303 Rthl., 26 Sgr., 1 Pfg. ein von 243 786 Ztr. beförderter Güter im Binnenverkehr.

(Gleisanlagen.) Aus dem Bericht der Generalversammlung vom 7. Januar 1856 erfahren wir, daß die Station Vohwinkel an Gleisanlagen besaß die erste und zweite nördliche Verbindungsbahn, die Verbindungsbahn aus der Haupt- in die erste Verbindungsbahn, die nördliche stumpfe Seitenbahn nach dem Güterschuppen, die andere nach der Rampe, die dritte bis zur Grenze der Prinz Wilhelm-Bahn.

Der Staatsanzeiger (Kgl. Preuß. Nr. 187, Berlin) vom Mittwoch, dem 11. August 1892 gibt eine zusammenfassende Darstellung:

Die Düsseldorf-Elberfelder Bahn ist 3,515 Meilen lang, eingleisig. Das Anlagekapital betrug im Ganzen 2.427.800 Reichstaler, davon in Stammaktien 1.027.800 Reichstaler, pro Meile Bahnlänge betrug die Summe also 690.697 Reichstaler. Zur jährlichen Verzinsung und Amortisation der Prioritätsaktien und Obligationen sind erforderlich 70 000 Reichstaler. Im Jahre 1851 betrug die Einnahme im Juni 21101 Reichstaler, bis ultimo Juni 93172 Reichstaler, im Jahre 1852 21377 Reichstaler und 107 606 Reichstaler, mithin mehr 14434 Reichstaler, pro Meile Bahnlänge 30 613 Reichstaler, in Prozenten des Anlagekapitals 4,43.




Geschichte der
Stadt Vohwinkel


Zum Geleit
Inhalt
Vorwort
Geologisches

1. Aus alten Zeiten
2. Das Gut Vohwinkel
3. Um 1800
4. Eisenbahn
5. Post
6. Sitz der Staatsbehörden
7. Bildungsanstalten.
     Volksschulen
     Höhere Schulen
     Anhang
8. Kirchliche Gemeinden
     evangelische Kirchengemeinde
     katholische Kirchengemeinde
     übrige kirchliche Gemeinden
9. Landbürgermeisterei
10. Presse
11. Verkehr
12. Kommunaler Aufstieg
13. Der I. Weltkrieg
     Der Weltkrieg
     Zeit des Umsturzes
     Nachkriegszeit
     Der Rote Putsch
14. Stadtgemeinde
     Sondernöte
     Sonderaufgaben

Vereinigung mit Elberfeld

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