Vorwort.

Das Bergische Land.


Wo das Silberband der Ruhr sich an altersgrauen Klöstern und morschen Turmzinnen vorbei durch herrliche Landschaften windet, liegt die nördliche Grenze des Bergischen, das im Süden noch die sagenumwobenen Kuppen des Siebengebirges umspannt, während westwärts der Rheinstrom mit seinen grünen Wellen die Marke des Land zieht und ostwärts im großen und ganzen die heutige Grenze von Rheinland und Westfalen entscheidend ist. Das ist das Land der Heimat, das im Laufe der Jahrhunderte vom geschäftig sausenden Zeitenrad hineinverschlungen wurde in die Geschicke der Väter, das Land, das schon in einer Zeit, die aller quellenmäßigen historischen Forschung entrückt ist, besiedelt war, das Land, das später den geheimnisvollen Kelten Wohnplätze darbot, das Land, das dann die Römer in seinen Grenzen sah, und das endlich eine nicht unwichtige Rolle durch das dunkele Mittelalter bis fernab zur Neuzeit spielte.

Ist demnach unser Land nicht arm an Geschichte, so mangelt ihm auch keineswegs der Schmuck der Poesie, die seine Flüsse, Berge und Täler und Wälder und Bewohner mit glühender Begeisterung besingt. Es fehlt ihm auch nicht ein reicher Hort von Sagen, der die ödesten Höhen wie die blühendsten Niederungen mit gleicher Liebe umfaßt. Es gebricht ihm nicht an sinnigen uralten Gebräuchen und Festen, an Denkmälern der Kunst und des Altertums. Es ist bewohnt von einem Menschenschlag, der an Rührigkeit und strebsamem Sinn seinesgleichen sucht, der mit warmer Liebe an der Scholle hängt, die seine Ahnen vor Jahrtausenden bauten. Und dieses Land ist von der schöpferischen Natur selbst mit mannigfaltigen Reizen wunderbar geschmückt, wenngleich dieselbe Natur mit ihren nützlichen Gaben oft auch kargt und die Menschen zur Anspannung aller Kräfte nötigt.

Nicht immer bot das Bergische den reizvoll vielseitigen Wechsel, den es heute gewährt. Einst muß fast das Ganze von einem gewaltigen Wald übersponnen worden sein, der Berg, Tal und Ebene in ein gleichfarbiges Gewand hüllte und fast nur durch die verschiedenen Flüsse unterbrochen wurde. Reste desselben müssen wir im heutigen Königsforst, im Aaper Wald und anderen Forsten erkennen, und welch herrlicher Baumwuchs vielerorten möglich war, ahnen wir bei der Betrachtung der Baumriesen, die die Gezalinkapelle bei Schlebusch beschatten, bei den gespenstigen Rieseneichen zu Waldbröl und vielen anderen Stellen des Landes.

Aber immer mehr lichtete sich der Wald. Einzelne Blößen schlossen sich aneinander. Aus einsamen Hütten erwuchsen Dörfer und Städte mit emsigem Schaffen, die heute auf dem Weltmarkt mit Achtung genannt werden, und die mit Umsicht und Geschick in den Wettbewerb der Völker eingreifen.

Zu diesem letzten Ziel verhalf ihnen der sich äußerst schnell und sicher entwickelnde Verkehr. Landstraßen durchzogen von altersher das Bergische, an der Wupper entlang, ebenso wie von Nord nach Süd. Sobald aber die Eisenbahn erfunden war, wurde sie gerade hier in ihrer gewaltigen künftigen Bedeutung zuerst erkannt und gebaut.

Durch die Schienenstränge hob sich auch ein Ort aus seiner bisherigen Jahrhunderte währenden Bedeutungslosigkeit heraus, unser Heimatort Vohwinkel, und ist gewachsen und gediehen zu einem nie mehr auszuschaltenden Verkehrszentrum des Bergischen Landes.

Vergl. O. Schell, historische Wanderungen durchs Bergische Land. Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins 1895.





Geschichte der
Stadt Vohwinkel


Zum Geleit
Inhalt
Vorwort
Geologisches

1. Aus alten Zeiten
2. Das Gut Vohwinkel
3. Um 1800
4. Eisenbahn
5. Post
6. Sitz der Staatsbehörden
7. Bildungsanstalten.
     Volksschulen
     Höhere Schulen
     Anhang
8. Kirchliche Gemeinden
     evangelische Kirchengemeinde
     katholische Kirchengemeinde
     übrige kirchliche Gemeinden
9. Landbürgermeisterei
10. Presse
11. Verkehr
12. Kommunaler Aufstieg
13. Der I. Weltkrieg
     Der Weltkrieg
     Zeit des Umsturzes
     Nachkriegszeit
     Der Rote Putsch
14. Stadtgemeinde
     Sondernöte
     Sonderaufgaben

Vereinigung mit Elberfeld

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