Erste urkundliche Erwähnung Vohwinkels am 18. Febuar 1356

Urkunde vom 18.02.1356 über den Verkauf des Erbes und Gutes Vowynkele durch den Besitzer Ritter Heinrich von Schönrode und seiner Frau Lysa an das Stift zu Gräfrath (mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Wuppertal)

Urkunde vom 18.02.1356 über den Verkauf des Erbes und Gutes Vowynkele durch den Besitzer Ritter Heinrich von Schönrode und seiner Frau Lysa an das Stift zu Gräfrath (mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Wuppertal)

Ich Heynrich van Schöynroyde Ritter und Lysa myne eelighe huysfrouwe doyn cund al den ghenen (denjenigen) dye desen bryef syent of hoerent lesen, dat wir myt ghesa-mender hant vor ons end onse erven overmidts desen bryef vor Scheffenen und Amptmanne van Sunburne mit hant und mit munde verzyen (verzichten) van deme alynghen (ganzen) erve ende goede zoe Vowynkele, dat in Sunburner kyrspele ghelegen is, mit al syne zo ghehoere, dat onse was, und wir mit ghenoeghe vercoycht (verkauft) hayn deme eersamen geystlighem ghestichte zo Oreveroyde (Gräfrath) umb eyne bescheyden (festgesetzte) Summe gelcz (Geldes), dye ons ghereyt (bereit gelegt, baar) ghegheven end zo onsem willen wole (wol) bezaelt is, da ane nummer ander vorderynghe noch anes praghe ze doyne und des vorscreven (obengenannten) erfs und goyts werschaf zo doyn as boven end beneden (oben und unten, so viel als überall) ghewoynlich is in der grafschaf von dem Berghe. Dit is geschyet (geschehen) vor Dyederighe Smende vayde (Vogt) zo Solinghen, Hermanne van Lymlynchoven syne dinghere (vielleicht Gerichtsbote), Tyelen zum turue (daran erinnert noch die Straße am Turm in Sonnborn; Turn — Turm) end Nolden up der byse scheffenen zo Sunburne, Johanne vam graven, Willame van Schlugheym, Johanne deme Wymanne end Henken syme sone. In orcund dis bryefs so hayn ich Heynrich vorg. myn ynghesigel an desen bryef ghehanghen vor mich end myne vorghenoemde (obengenannte) vrouw Lyse. End ich Lysa vorss. (vorgenannte) be kenne dis verzyghenisse (Verzicht) under sygele Heynrichs myns mans vorg. want ich gheyn sygel en nu ter zyt enhayn (nicht habe).

Datum sub anno domini M CCC quinquagesimo sexto decima octava die mensis februarij.

... das kann nicht jeder lesen, hier der Text in verständlicher Form ...

Ich – Heinrich von Schönrode, Ritter, und Lisa, meine eheliche Hausfrau, tun kund alle denjenigen, die diesen Bieif sehen, davon hören und lesen, dass wir gemeinsam für uns und unsere Erben unmittelbar durch diesen Brief vor dem Schöffen und dem Amtmann von Sonnborn mit Hand und Mund Verzicht leisten auf das ganze Erbe und Gut zu Vohwinkel, das im Sonnborner Kirchspiel gelegen ist, mit all seinem Zubehör, das unser war, und wir mit Genugtuung verkauft haben dem ehrsamen geistlichen Stift zu Gräfrath für eine festgesetzte Summe Geldes, die uns bar und zu unserem Willen wohl bezahlt ist, auch keine andere Forderung noch Anspruch zu tun auf des vorgenannten Erbes und Gutes Bewirtschaftung, so wie es überall in der Grafschaft vom Berg gewohnt ist.

Dies ist geschehen vor Diedrich Smende, Vogt zu Solingen, Hermann von Limlichhoven, seinem Diener, Thielen zum Turne und Nolden auf der Beise, Schöffe zu Sonnborn, Johann vom Graben, Wilhelm von Schlagheim, Johann dem Weimann und Henken, seinem Sohn. Zur Beurkundung dieses Briefes habe ich, Heinrich, mein Siegel an diesem Brief gehängt für mich und meine vorgenannte Frau Lisa. Und ich, vorgenannte Lisa, bekenne diesen Verzicht unter dem Siegel Heinrichs, meines vorgenannten Mannes, weil ich kein eigenes Siegel zur Zeit habe.

Unter dem Jahre des Herrn 1356 am 18. Tag des Monat Februar.

Die auf Leder (25cm x 12cm) geschriebene Urkunde bestätigt den Verkauf des Erbes und Gutes Vohwinkel, das dem Ritter Heinrich von Schönrode und seiner ehelichen Hausfrau Lysa gehörte; an das ehrsame geistliche Stift zu Gräfrath um eine bestimmte Summe Geldes. Wir erfahren über Vowynkele selbst, daß es damals ein adeliges Gut gewesen war, im Sonnborn-Kirchspiel lag, zur Vogtei Solingen gehörte und Zubehör hatte. Das Geschlecht derer von Schöynerode (Schoenrath, Schonrod) nannte sich nach dem gleichnamigen Rittersitz im Siegerkreise, wird 1374 als auf dem Altenberger Hof bei Mülheim a. Rhein ansässig erwähnt und kommt auch sonst wiederholt in der Geschichte des Bergischen Landes vor.




WUPPERTAL VOHWINKEL